Die seit Mitte Juli ausgetragenen Tennis Vereinsmeisterschaften fanden Anfang Oktober mit dem letzten Final-Match ihren Abschluss. Die Turnierraster der zahlreichen Bewerbe sind hier einzusehen: https://sportunionbadleonfelden.at/ergebnisseite-tennis/
Am Tennisplatz herrschte heuer reger Betrieb! Eine Rekordzahl an Teilnehmern bei den Vereinsmeisterschaften und ebenso von Mannschaften bei den Liga-Meisterschaften ist auf eine spürbare Wiederbelebung bei den Damen und eine außergewöhnliche Entwicklung bei den Senioren zurückzuführen. Wöchentliche Trainings der einzelnen traditionellen Grüppchen sind gut besucht. Einige Leonfeldnerinnen erlernten die Tennis-Basics in Anfängerkursen und blieben über die Saison weiter dran. Hobbyspieler aus Nachbargemeinden ohne Tennisplätze kommen zu uns, weil die über 30 Jahre alte Anlage noch ziemlich gut in Schuss ist und darüber hinaus der Zugang zu den Plätzen total einfach möglich ist. Online reservieren, die Tür zu den Plätzen ist immer offen, Bezahlung auf Vertrauensbasis über verschiedene Wege, auch bargeldlos. Darüber freuen sich auch Gäste unserer Hotels, die den Tennisschläger mit im Gepäck haben.
Vom Leistungsniveau her muss hervorgehoben werden, dass wir Spieler auf Landesliga Niveau über alle Altersklassen hinweg in unseren Reihen haben, beginnend vom Nachwuchs, über die Allgemeine Klasse bis hin zu den Senioren. Das können nicht viele Tennisclubs in Oberösterreich außerhalb der großen Städte von sich behaupten!
In vielerlei Hinsicht zeigt sich, dass wir als Gemeinschaft großartig zusammenhalten. Beim aufwändigen Auswintern helfen viele mit. Die handwerklich begabte ältere Generation steht bei Reparaturen parat. Eine Reihe unterschiedlicher Personen übernimmt Verantwortung bei der Organisation der vielen Veranstaltungen, sodass die Organisationslast gut aufgeteilt ist. Ein kurzer Abriss: die Tennis-Open – eine der (oder die?) letzten größeren Sportveranstaltungen unseres Vereins, Führung von Mannschaften während der Meisterschaft, die Vereinsmeisterschaft, das Trainingslager im Frühjahr, interne Bewerbe zum Spaß (Tarock-Cup, Joker-Cup, Friends-Open, Frühsch-Open, Blind-Bierverkostung), Sport- und Erlebniswochen, wöchentliches Kondi-Training im Winter, die gemeinsame Teilnahme an Sportveranstaltungen (früher Sternstein Berglauf, Mühlviertel 8000, oder auch Fußball Orts-MS; die letzten Jahre bei der Wiesn-Challenge), Ski-Tag, Gruppenreisen zu den Tennis-Profis nach Berlin, London, Genf oder Rom; uvm. …
Es gibt aber auch ein Manko, das Sorge bereitet. Für eine nachhaltige Entwicklung fehlt derzeit leider die Dichte im Nachwuchs. Wir sind gut 80 Erwachsene Mitglieder, jedoch nur eine Handvoll Kinder, die ein regelmäßiges Training besuchen. Im Prinzip gibt es zwei Hauptgründe:
Zum einen fehlte es vor allem zuletzt am Angebot, also an erfahrenen Spielern, die sich Zeit nehmen und Schnuppereinheiten, regelmäßige Trainings, Camps und Turniere organisieren. Durch Zuzug und heranwachsende Nachwuchsspieler ist hier aber etwas Besserung in Sicht. Externe haupt- oder nebenberufliche Trainer zu überzeugen nach Bad Leonfelden zu kommen ist schwer. Sie sind generell Mangelware und oft nur mit einer existierenden Tennishalle anzulocken, um verlässlich übers ganze Jahr beschäftigt zu sein.
Und da sind wir beim zweiten Hauptgrund angelangt. Das größtes Hindernis für eine langfristige Sicherung einer großen Tennis Sektion, eben auch mit einer gesunden Altersstruktur, ist die Tatsache, dass seit einigen Jahren die Tennisplätze in der Tennishalle nicht mehr existieren. Eine Pacht der Tennishalle ist in unseren Szenarien nun einmal leider nicht kostendeckend. Wer deckt die Lücke? Ein Ausweg ist nicht gefunden. Spielt der Nachwuchs nur im Sommer, lernt man die herausfordernde Sportart nicht gut genug. Ein spürbarer Fortschritt ist über die Jahre nicht gegeben. Im Wettkampf gegen gleichaltrige Kids aus Gemeinden mit einer Tennishalle hat man immer weniger Chancen. Das Interesse ist dann meistens weg.
Damit kommt der Nachwuchs hauptsächlich aus einigen wenigen Idealisten-Familien, die sehr viel Zeit und Geld dafür investieren, die Kinder zu den Trainingsstätten in Oberösterreich zu fahren. Eine Situation, die an unseren so traditionsreichen nordischen Ski-Sport erinnert und definitiv nicht zufriedenstellen ist.
Dennoch, wir hoffen, dass uns die Freiplätze noch mindestens ein Jahrzehnt ohne große Gebrechen und Sanierung zur Verfügung stehen und blicken zuversichtlich auf die kommenden Jahre. Das Resümee zur Gesamtsituation der Sektion Tennis im 60sten Jahr des Bestehens definitiv positiv. Die Gründungsväter wären und sind bestimmt stolz auf die Entwicklung!






